Gira forciert Energiewende
Radevormwald, 27. August 2026. „Vor Kurzem bekamen wir einen Anruf der Stadtwerke Radevormwald. Man wollte dort wissen, ob unsere Gaszähler defekt seien, weil sie keinen Verbrauch mehr registrierten“, erzählt Alexander Kolm und kann sich dabei ein Schmunzeln nicht verkneifen. Denn für den gelernten Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik (SHK), der beim Gebäudetechnikspezialisten und Smart-Building-Pionier Gira (www.gira.de) für den Bereich Wärmeerzeugung im Facility Management zuständig ist, war die Nachfrage des lokalen Energieversorgers ein gutes Zeichen: Sie bestätigte, dass die Ende Mai am Campus Röntgenstraße des Technologiemittelständlers in Betrieb genommene Wärmepumpe einwandfrei funktioniert. Betrieben wird sie zum überwiegenden Teil mit „grünem“ Strom aus dem Gira Solarpark. Unter Regie des SHK-Meisters hatte Gira zu diesem Zweck eine Kältemaschine zur Wärmepumpe umfunktioniert. „Wir verwenden hier die Abwärme, die bei der Kälteerzeugung entsteht, um unser Gebäude zu heizen“, erklärt Alexander Kolm. „Anstatt die Energie über Rückkühlwerke an die Umwelt abzugeben, führen wir sie jetzt in den Pufferspeicher unseres Heizungssystems und in unsere Sprinklertanks.“ Von dort kann sie abgerufen werden, um in dem 30.000 Quadratmeter großen Produktions- und Logistikkomplex für die nötige Raumwärme zu sorgen. Dabei eignen sich vor allem die beiden Sprinklertanks dank ihres Fassungsvermögens von jeweils einer Million Liter als Langzeitspeicher. „Solange die Außentemperaturen nicht unter zwei Grad Celsius sinken, können wir komplett mit der Abwärme aus der zur Wärmepumpe umgebauten Kältemaschine heizen. Ganz emissionsfrei, da wir die Anlage mit Solarstrom aus unserem eigenen Kraftwerk betreiben“, freut sich Alexander Kolm. „Nur wenn es kälter wird, schalten wir unser Blockheizkraftwerk zu und verbrauchen dann Gas.“
Weniger abhängig von den Energiemärkten
Die umgebaute Anlage spielt bei der Umsetzung der Gira Klimastrategie und beim angestrebten schrittweisen Verzicht auf fossile Energieträger eine wichtige Rolle. Sie lässt den Gasverbrauch im Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrum des Familienunternehmens im Industriegebiet Mermbach in Radevormwald um 55 Prozent sinken. Zugleich steigt der Anteil an selbst genutztem Strom aus dem Gira Solarpark. Dadurch verkleinert sich nicht nur der CO2-Fußabdruck des Mittelständlers. Darüber hinaus macht sich das Unternehmen weiter unabhängig von den Energiemärkten und deren volatiler Preisentwicklung. „Dies ist umso wichtiger, als die steigende CO2-Bepreisung und sich verteuernde Netzentgelte die Kosten für Gas als fossilen Energieträger tendenziell weiter nach oben treiben werden“, betont Alexander Kolm. „Der Umstieg auf Heizen mit Solarstrom rechnet sich hier also für uns auch finanziell.“ So wird sich der Umbau der Kältemaschine zur Wärmepumpe in weniger als zweieinhalb Jahren amortisiert haben.
Die größte Herausforderung bleibt derzeit, den Betrieb automatisiert so zu regeln, dass sich das Verhältnis von Energieerzeugung und -verbrauch möglichst optimal darstellt. Dafür entwickelt Gira einen eigenen Regelungsalgorithmus – eine komplexe Aufgabe, da vielfältige Faktoren eine Rolle spielen. Für die weitere Forcierung der Energiewende ist er ein zentraler Baustein. Denn perspektivisch soll auch der Campus Dahlienstraße des Gebäudetechnikspezialisten auf „grünes“ Heizen umgestellt werden. „Den Anteil der von uns selbst umweltfreundlich und ressourcenschonend erzeugten Energie für den Betrieb unserer Gebäude und Anlagen so weit wie möglich auszubauen, das ist die Richtung, in die wir bei Gira gehen wollen“, unterstreicht Alexander Kolm. „Und auch persönlich ist genau das mein Ziel.“
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„Wir sind die mit den Schaltern …, aber auch noch so viel mehr“ – über Gira
Die Gira Giersiepen GmbH & Co. KG (www.gira.de) mit Sitz in Radevormwald zählt zu den führenden Komplettanbietern intelligenter Systemlösungen für die elektrotechnische und vernetzte digitale Gebäudesteuerung. Mit seinen zahlreichen Entwicklungen prägt und beeinflusst das Familienunternehmen seit seiner Gründung im Sommer 1905 die Welt der Elektroinstallation und Gebäudesteuerung. Der zukunftsträchtigen Entwicklung zu intelligent vernetzten Smartbuilding-Systemen und zur Digitalisierung von Gebäuden hat Gira als Smartbuilding-Pionier der ersten Stunde mit vielfältigen Innovationen wie etwa dem Gira HomeServer von Beginn an maßgebliche Impulse gegeben. Dabei stehen Gira Produkte und Lösungen für deutsche Ingenieurskunst, für Qualität „Made in Germany“, für nachhaltige Prozesse bei ihrer Herstellung und einen möglichst umwelt- und ressourcenschonenden Betrieb, für Perfektion in Form und Funktion – vor allem aber dafür, dass sie den Menschen das Leben ein Stück einfacher, komfortabler und sicherer machen. Nicht umsonst finden Schalter, Steuerungs-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme von Gira heute in rund 40 Ländern Anwendung, etwa in der Hamburger Elbphilharmonie, im Olympia-Stadion in Kiew, im Stephansdom in Wien und im Banyan Tree Hotel in Shanghai. Zur Gira Gruppe gehören darüber hinaus die Tochtergesellschaft Stettler Kunststofftechnik in Burgwindheim und seit 2022 das britische Unternehmen Wandsworth in Woking sowie die Beteiligungen am Elektronikspezialisten Insta in Lüdenscheid und am Softwareunternehmen ISE in Oldenburg. Zusammen erwirtschaften damit ca. 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 390 Millionen Euro (2025).
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