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Intelligentes Hotel im Grünen - Hotelpark Große Ledder

Gebaut wurden die ersten Häuser der Anlage Mitte des 18. Jahrhunderts und dienten bald als Erholungsheim für Bayer-Mitarbeiter, heute ist das Tagungshotel offen für alle. Die Gebäude befinden sich weit verteilt auf dem riesigen Waldgrundstück, das zwischen den Seminaren zur Erholung einlädt. 2008 begann die Bayer Real Estate zunächst mit dem Umbau der zentralen Empfangsgebäude, zwischen dem Gutshaus und dem Herrenhaus entstand in diesem Bauabschnitt ein moderner Verbindungsbau.

Für die Innenarchitektur des Gutshauses und des Böttingerhauses waren brandherm + krumrey interior architecture zuständig. Vorgabe war ein 3 Sterne Plus Niveau, zeitlos modern und langlebig, sowohl was das Design, als auch die Materialien betrifft. Auf eine hohe Qualität und Wertbeständigkeit der Möbel wurde Wert gelegt. „Insbesondere der Umbau des Böttingerhauses 2010 war spannend, da es mit seiner markanten Fassade unter Denkmalschutz steht. Wir wollten einerseits ein modernes Hotelambiente kreieren, andererseits den historischen Charme erhalten“, berichtet Innenarchitektin Sabine Krumrey. Das Gebäude wurde bis auf die Fassade und den Flurbereich komplett entkernt, Zimmer und Bäder wurden neu eingeteilt und möbliert, so dass das Haus heute 27 Einzelzimmer mit Queen-Size-Betten beherbergt. Die Gästezimmer sind hell und freundlich gestaltet, zeitlos elegant, Weiß und warme Erdtöne dominieren. Die Fenster sind originalgetreue Nachbauten und die elektrische Infrastruktur sowie die Wasser-Leitungen wurden erneuert.

Das zentral gelegene Herrenhaus aus dem Jahre 1777 wurde 2012 komplett renoviert. Mit seiner teils grauschwarzen Schieferfassade und grünen Fensterläden spiegelt es den typischen Charakter des Bergischen Landes wider. Fünf Suiten und drei Doppelzimmer bieten Wohnqualität der Extraklasse. Braun- und Weißtöne dominieren auch hier das elegante Ambiente, die Suiten trennen räumlich bewusst zwischen Arbeits- sowie dem Wohn- und Schlafbereich. Im alten Gewölbekeller des Herrenhauses ist eine Vinofaktur entstanden, die einlädt zum Genuss edler Tropfen in gemütlicher Runde.

Von außen wirken die Häuser der Großen Ledder historisch, im Inneren sind sie jedoch modern wie kaum ein anderes Hotel. Durch ihre dezentrale Lage war es sinnvoll, alle Gebäude mittels moderner Gebäudetechnik zu vernetzen – so lässt sich der laufende Betrieb spürbar erleichtern. Von zentraler Stelle aus kann so in den bereits modernisierten und entsprechend ausgerüsteten Zimmern überprüft werden, ob die Minibar aktiv ist, die Klimaanlage läuft, die Fenster noch geöffnet sind, obwohl der Gast bereits ausgecheckt hat, oder ob eine Störung, beispielsweise der Heizung, vorliegt. Selbst ob die Zimmer schon geputzt sind, lässt sich auf einen Blick erkennen. Auch im Hinblick auf die Energiebilanz macht sich die Technik bemerkbar, die Stromkosten wurden um ein Vielfaches gesenkt.

Eine kompetente Beratung rund um das Thema intelligente Gebäudeautomation erhielten die Betreiber der Großen Ledder durch Elektromeister Thomas Hering: Er zeigte auf, welche Möglichkeiten eine moderne KNX Vernetzung bietet und welche Lösungen sinnvoll sind. Es sollte ein durchgängiges System geschaffen werden, das sich einfach bedienen lässt – vom Personal aber auch von den Gästen. Der Betreiber wünschte technische Transparenz, und zwar jederzeit. Das heißt einen Überblick über den Status der Räume, über den Energieverbrauch, aber auch über alle Störmeldungen. Unbemerkt vom Gast sollte schließlich ein intelligentes Energiemanagement ablaufen.

Zur Programmierung und Detailplanung hat Elektro Hering den System-Integrator Willian Vent von microswitch hinzugezogen. Gemeinsam haben sie über ein KNX System die einzelnen Komponenten und Gewerke miteinander verknüpft: unter anderem Heizung, Klima, Lüftung, Beleuchtung, Medientechnik, Audio und Schließtechnik. Auch das Buchungssystem des Hotels ist über eine Schnittstelle integriert: So kann die Vorbereitung der Räume automatisch mit der entsprechenden Buchung und dem Check In generiert werden. In zwei redundant laufenden Gira FacilityServern laufen sämtliche Daten zusammen, sie sind das Herz der technischen Anlage. Mit ihrem Gemeinschaftsprojekt haben Thomas Hering und Willian Vent bereits den Gira System-Integratoren Award 2014 sowie den Energie Effizienzpreis 2014 des ZVEH gewonnen.

Im Herrenhaus sind auf der Grundlage eines KNX Systems fast alle gebäudetechnischen Finessen realisiert, die für den wirtschaftlichen Betrieb, den Komfort des Gastes und die Sicherheit denkbar sind:

Zimmer und Suiten überwachen sich selbst

Wird über das Hotelbuchungssystem Protel ein Zimmer gebucht beziehungsweise eingecheckt, ist diese Information automatisch im KNX System vermerkt. In Folge fährt rechtzeitig vor Ankunft des Gastes die Heizung auf Wohlfühltemperatur. Zur Prüfung, ob alles ok ist im Raum, muss das Servicepersonal nicht vor Ort sein, denn die Zimmer geben automatisch weiter, ob sie geputzt sind oder ein technischer Defekt von Beleuchtung, Heizung, Klima oder TV vorliegt. Bei Belegung ist jederzeit zentral ersichtlich, ob geputzt werden kann oder der Gast nicht gestört werden möchte. Insgesamt steuern zwischen 80-120 Gruppenadressen unbemerkt vom Gast sämtliche technischen Abläufe im Zimmer.

Erleichterung für die Servicekräfte

Für die Servicekräfte haben Elektro Hering und microswitch eine spezielle Visualisierung entwickelt. Im Grundriss ist auf einen Blick der Status der Räume erkennbar: Ist Servicepersonal oder ein Gast anwesend, kann geputzt werden oder nicht. Für das Personal ist diese Statusanzeige eine enorme Entlastung, da die Häuser teilweise weit voneinander entfernt liegen. Eine große Zeitersparnis und Hilfe bedeutet zudem die Möglichkeit einer Fernwartung durch die Servicekräfte: Hat ein Gast ein technisches Problem, kann aus der Ferne direkt weitergeholfen und eingegriffen werden. Temperaturregelung, aber auch ein Eingriff in die Beleuchtung oder die Klimaanlage ist bei Bedarf möglich. Angezeigt werden zudem diverse Störmeldungen, die Außenbeleuchtung lässt sich bedienen und die Schrankanlagen an den Einfahrten werden mittels Kameras überwacht.

Komfort für die Gäste

Die Zimmer öffnen, wenn Zutrittskarten am Türbeschlag vorgehalten werden. Dazu ist das Messerschmitt Schließsystem in die KNX Welt eingebunden. Differenziert nach Gast und Servicepersonal sind unterschiedliche Funktionen und Berechtigungen hinterlegt. Betritt ein Gast den Raum, wird er mit einer individuellen Beleuchtungsszene empfangen. War er bereits früher im Hotel und hat eine Szene mit Beleuchtung und TV- oder Radio-Programm als Favorit gespeichert, wird er mit eben dieser empfangen.

Einfach frei sprechen

Sehr komfortabel: Die Freisprecheinrichtung in den Zimmern ermöglicht Telefonate frei im Raum, auch mit mehreren Personen. Dazu wird das eigene Smartphone einfach via Bluetooth mit dem Raum gekoppelt. Ebenso einfach lässt sich auch die persönliche Lieblingsmusik vom Handy abspielen. Durch Einbaulautsprecher in den Zimmern und Bädern gibt es auch beim Radiohören und Fernsehen einen ausgezeichneten Raumklang.

Intuitive Bedienkonzepte für den Gast

Fast alle Leuchten sind dimmbar via DALI, 95% aller Leuchtmittel sind energiesparend als LED ausgeführt. Die Regelung der Beleuchtung und der Raumtemperatur ist über klassische Schalter im eleganten Schalterdesign Gira Esprit Glas C Schwarz möglich oder über das intuitiv bedienbare Gira Interface auf einem iPad, das der Gast für seinen Aufenthalt im Herrenhaus erhält. Hier lassen sich zudem individuelle Szenen oder Weckszenarien mit TV-Programm und einer Lichtszene abspeichern. Diese werden dauerhaft hinterlegt und der Gast kann sie beim nächsten Besuch – selbst in einem anderen Zimmer - wieder abrufen.

Sicherheit durch automatische Störmeldungen

Störmeldungen aller sicherheitsrelevanten Bereiche werden weitergeleitet – das betrifft unter anderem Klima, Heizung, Lüftung, Pumpen, Hebeanlagen, Aufzüge oder Notbeleuchtung. Auch die Beleuchtungskörper melden Störungen und die Wetterstation alarmiert bei Windwarnungen. Sämtliche Informationen werden an die Gira FacilityServer übermittelt und zentral visualisiert. Je nach Priorität werden die Meldungen zudem an die verantwortlichen Mitarbeiter per Anruf oder E-Mail weitergeleitet. Sollte es je zu einem Ausfall der beiden redundant laufenden Gira FacilityServern kommen, bleiben alle wichtigen Grundfunktionen wie Störmeldungen, BMA, Notlicht in Funktion.

Registriert die Brandmeldeanlage von Bosch einen Alarm, wird dieser via KNX mit höchster Priorität an das zuständige Servicepersonal weitergegeben. „Im Zimmer wird in Zukunft auch eine gezielte Alarminformation mittel Voice-Alarmierung möglich sein, etwa „Bitte verlassen sie das Gebäude über das linke Treppenhaus“ – in Deutsch oder Englisch, je nach Buchungsstatus des Gastes“, erklärt Thomas Hering eine sinnvolle Funktion, die sich noch im Aufbau befindet.

Energie intelligent genutzt

Durch die clevere Einbindung der Heizung in das KNX System erfolgt die Temperaturregelung gezielt nach Buchungsstatus des Zimmers. KNX Raumtemperaturregler melden die aktuellen Werte und die Heizung reguliert dementsprechend auf die definierte Temperatur. In nicht belegten Zimmern wird die Temperatur heruntergefahren und beim Check-In wieder angehoben. Die Fenster werden mit Fensterkontakten auf ihren Status offen/geschlossen überwacht und bei geöffnetem Fenster fährt die Temperatur automatisch herunter, so dass keine Energie verschwendet wird. Je nach Buchungsstatus und Jahreszeit ist auch die Klimaanlage eingebunden. Die elektrische Fußbodenheizung und Spiegelheizung im Bad kann der Gast je nach Empfinden selbst um +/- 3°C regulieren. Auch durch die LED Beleuchtung in Zimmern, Suiten, Seminarräumen, bei einem Teil der Außenbeleuchtung sowie der Notlichtanlage wird der Energieverbrauch deutlich gesenkt, die CO2-Emissionen und der Wartungsaufwand durch langlebigere Beleuchtungskörper werden reduziert.

Einbindung auch alter Bestandsanlagen

Ältere Bestandsanlagen anderer Gebäude der Großen Ledder, wie Klima, Lüftung und Heizung von diversen Herstellern, haben Elektro Hering und microswitch mit KNX Schnittstellen versehen, in die KNX-Welt integriert und „künstlich intelligent“ gemacht. So lassen sich auch diese über die einheitliche Visualisierung ansteuern und Störmeldungen werden registriert und weitergegeben.

Seminarräume

Die Beschattung der Seminarräume erfolgt automatisch nach Auswertung der Daten der zentralen Wetterstation und den dazugehörigen Sicherheitskomponenten wie Wind- oder Frostalarm. Alternativ können die Jalousien vor Ort aber auch manuell über Gira Tastsensoren an der Wand oder das iPad bedient werden. Über die Visualisierung auf dem iPad lassen sich auch Beleuchtung und Konferenzmedien steuern. Energieeffizient ist die tageslichtabhängige Beleuchtung: Wird es im Tagesverlauf heller im Raum, fährt sie schrittweise und bedarfsgerecht herunter, wird es dunkler dimmt sie wieder hoch.

So ist in enger Abstimmung von Betreibern, Elektroprofis und System-Integrator ein rundum intelligentes Hotel entstanden, das mitdenkt und  fit ist für die Zukunft – denn mit der KNX Infrastruktur als Grundlage lassen sich Funktionen jederzeit umprogrammieren, ergänzen oder neu entwickeln, ohne an die Bausubstanz zu gehen und Wände aufstemmen zu müssen.

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