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Traumschloss, 21. Jahrhundert - Moderne Gebäudetechnik macht’s möglich

Außergewöhnlich soll es sein – allein mit dieser Vorgabe ging die Architektin Sandra Hoelzer an die Planung eines repräsentativen Einfamilienhauses in der Nähe von Heidelberg. Eine entscheidende Rolle kam dem Grundstück zu: Gemeinsam mit den Bauherren fand sie ein versteckt liegendes, spitz zulaufendes und dabei leicht ansteigendes Gelände, das von zwei Seiten mit unverbaubaren, naturgeschützten Hängen aus Löss umgeben ist. Hier nisten seltene Vogelarten und Fledermäuse. Die beiden anderen Seiten dagegen gestatten den Blick über das nahegelegene Dorf und die bewaldeten Hügel der Umgebung. Der Blick in die Natur wurde der Architektin zum leitenden Gestaltungsprinzip. Viele und große Fenster waren deshalb ein Muss, um den Baukörper zu öffnen und die Natur ins Haus zu lassen. Gleichzeitig sollen die Fenster möglichst wenig Einblick ins Haus gewähren – zumal Vorhänge tabu sind –, um die Privatsphäre der Bauherrenfamilie zu wahren.

Aus diesen Vorgaben resultiert die Gebäudeform: Die Stockwerke sind versetzt angeordnet und dabei jeweils so gedreht, dass sie den Wunsch nach Aussicht ins Freie beziehungsweise nach Blickschutz am besten erfüllen. Während die vordere Front sich zur Straße hin öffnet, ist die Rückseite in die spitze Schlucht am Ende des Grundstücks eingepasst. Große Fensterflächen erlauben von der Sauna und den Ruheliegen im Fitnessraum und dem darüber liegenden Elternbad mit großzügiger Badelandschaft aus den Blick in die Natur. Von vorn dagegen schützen die schmalen Fensterschlitze vor neugierigen Blicken: Im 1. OG sind sie beispielsweise so angeordnet, dass die Bewohner genügend „Schutz“ hinter dem Mauerwerk finden können – wenn sie das wollen. „Dieses besondere Gefühl von Freiheit wollte ich der Familie geben“, so die Architektin: „Sie können immer hinaus schauen, ohne dass umgekehrt jemand hineinschauen kann, und sich in ihrem Haus völlig frei bewegen.“

Den Gestaltungsspielraum nutzte die Architektin zur Realisierung zahlreicher Details, deren Summe das Haus zum Traumschloss der modernen Art macht. Einiges hat sie dafür selbst entwickelt und entworfen, beispielsweise die Innen-Treppe in Sichtbeton mit Einlagen aus Räuchereiche oder die Farb- und Materialfolge des vollständig eingefärbten Glasmosaiks, kombiniert mit Spiegelelementen im Bad. Auch die aufwändige Lichtplanung mit farbigen LEDs im ganzen Haus gestaltete sie selbst. Hinter diesen Details aber steckt ein Prinzip, das dem Gebäude und seinen Bewohnern zugutekommt: nur optimale, ganz individuelle und hochwertige Lösungen wurden realisiert.

Das gilt auch für die Gebäudetechnik. „Ohne modernste Technik baue ich nicht“, erklärt die Architektin ihre konsequente Einstellung, „weil sich mit ihr Energie einsparen, der Wohnkomfort erhöhen und die Sicherheit der Bewohner steigern lässt.“ Zur Optimierung holte sie sich den System-Integrator Bernd Klein von CIBEK mit ins Boot, und zwar in einer sehr frühen Planungsphase. Gemeinsam mit dem Elektrofachbetrieb Klemm & Hempel aus Ludwigshafen und in Abstimmung mit der Bauherrenfamilie erarbeiteten sie ein Konzept für nachhaltige und moderne Gebäudetechnik. Dazu gehört eine KNX Installation, also ein modernes elektronisches Nervensystem, das jederzeit erweitert werden und neue Vorgaben aufnehmen kann. Via KNX können im Haus komplette Lichtszenen gesteuert und die Beschattung automatisch geregelt werden, daran gekoppelt ist aber auch die gesamte Licht- und Soundsteuerung im Außenbereich inklusive farbiger LED und weißer LED im Garagenbereich. Über die Haustechnik werden diverse Alarmfunktionen gesteuert, beispielsweise visualisierte Fenster- und Türenüberwachung und eine Panikbeleuchtung im Garten. In Zusammenarbeit mit einem Sanitärbetrieb wurde auch die Erd-Wärmepumpe, die nicht nur heizen, sondern auch kühlen kann, in das Konzept mit eingebunden.

Steuern und kontrollieren lässt sich die gesamte Gebäudetechnik über ein portables Touchpanel auf jedem Geschoss. Eine Visualisierung auf dem Panel lässt auf einen Blick erkennen, ob alle Fenster und das Garagentor geschlossen sind, es erlaubt zudem den direkten Zugriff aufs Internet. Die einzelnen Stränge des elektronischen Nervensystems laufen im „Hirn“ der KNX Installation zusammen, dem Gira HomeServer, Er sammelt Informationen, die ihm die Sensoren liefern, und gibt die entsprechenden Befehle an die Aktoren weiter. Vieles verwaltet der Gira HomeServer automatisch, wenn das gewünscht wird. Über ihn kann die Bauherrenfamilie auch per PC oder Handy auf die gesamte Gebäudesteuerung zugreifen – beispielsweise auf der Rückreise vom Winterurlaub schon die Heizung oder Sauna hochfahren. Auch das versteht die Architektin Sandra Hoelzer unter Freiheit, wenn es ums zeitgemäße Bauen und Wohnen geht.

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