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Safer Internet Day 2017 – Konferenz zu Chancen und Risiken der digitalen Heimvernetzung

Die Relevanz des Themas machte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder gleich zu Beginn seines Vortrags deutlich: "Smart Home-Lösungen werden in deutschen Haushalten künftig so selbstverständlich sein wie Strom, Licht und fließendes Wasser." Weil das Smart Home aber nur funktioniert, wenn darin Daten erhoben, ausgewertet und teilweise auch weitergeleitet werden, muss die Sicherheit der Geräte und der Schutz der erhobenen Daten gewährleitet sein – das sind "zentrale Voraussetzungen für den Erfolg des Smart Home." Hierzu müssen die Hersteller, aber auch die Verbraucher einen zentralen Beitrag leisten.

Und die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und kontrollieren, möchte man ergänzen. Genau dazu äußerte sich in Berlin Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Auch er sieht beim Smart Home große Möglichkeiten für viele Lebensbereiche. Allerdings auch Risiken, allen voran den Schutz der Privatsphäre. Bedenklich sei die Vorstellung, im eigenen Haus 'gläsern' zu werden. Das führt letztlich zu Kontrollverlust und Fremdbestimmung, dann wird das Smart Home zur Gefahr für die Privatsphäre. Die Unverletzlichkeit der Wohnung aber ist per Grundgesetz garantiert. "Der private Rückzugsraum in den eigenen vier Wänden ist ein hohes Gut. Jeder Mensch braucht diesen einen Ort, an dem er unbeobachtet bleibt und sich ohne Kontrolle entfalten kann."

Aus den identifizierten Risiken zieht der Bundesminister folgende Konsequenz: "Der Mensch darf nicht zum 'bloßen Objekt' der vernetzten Geräte werden. Digitale Souveränität – dazu gehört für mich, dass wir jederzeit die alleinige Kontroll- und Steuerungsmöglichkeit über die Geräte haben: über ihre einzelnen Nutzungen und auch darüber, welche Daten von wem wie verarbeitet werden."

Daraus lassen sich wiederum einige konkrete Forderungen ableiten:

  • Die Nutzer eines Smart Homes müssen darüber aufgeklärt werden, was genau die einzelnen Funktionen, Geräte und Systeme leisten, wie sie arbeiten, welche Daten sie erheben, zu welchem Zweck und an wen die Datenströme weitergegeben werden. Hier sind die Hersteller von Smart Home-Produkten gefordert, Transparenz zu schaffen. Und nicht nur das technisch Machbare in den Markt zu bringen, sondern vernünftige Lösungen, die den Datenschutz respektieren und die Rechte des Einzelnen wahren.

  • Außerdem soll der Nutzer vor sog. 'Lock-in-Effekten' geschützt werden, also hermetisch abgeriegelten Systemen, die verhindern, dass Geräte verschiedener Marken problemlos miteinander vernetzt und Anbieter gewechselt werden können.

  • Hersteller, aber auch die Politik sind aufgerufen, wenn es um die Datensicherheit im Smart Home geht. Gefordert sind hier mehr klare Regelungen zur Qualität und Sicherheit der Produkte, internationale Standards für Produktsicherheit im Internet der Dinge und eine funktionierende Marktaufsicht.

Die Aufgabe aller Marktpartner und der Politik sei es deshalb, so der Bundesminister, die Techniken im Smart Home verlässlicher und transparenter zu machen, um das Vertrauen der Nutzer dafür zu gewinnen. Deshalb sein Fazit: "Das smarte Home bietet enorme Chancen: bei der Energiewende, in Sachen Sicherheit und auch wenn es darum geht, dass etwa Senioren länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. Aber all das wird nur möglich, wenn die Menschen der Technik auch vertrauen."

Dazu aus unserer Sicht folgende ergänzende Anmerkungen: Gira setzt bei kabelgebundenen Smart Home-Systemen auf KNX, den weltweit führenden Standard, dem sich mittlerweile über 400 Hersteller und Verarbeiter angeschlossen haben. Dabei handelt es sich um ein offenes System, das herstellerunabhängig Lösungen für die intelligente Gebäudetechnik bereitstellt. Über IP-Schnittstellen lassen sich außerdem Kommunikationsbrücken auch zu Fremdsystemen bauen. Aufgrund seiner Struktur ist KNX zudem offen für künftige Lösungen, die erst noch für den Markt entwickelt werden.

Bei allen Produkten für das intelligente Gebäude steht bei Gira Qualität und Sicherheit an oberster Stelle. Speziell das Thema Datensicherheit hat bei Gira hohe Priorität – was die Produkte und Systeme betrifft, aber auch was die Schulungen des Elektrohandwerks angeht. Denn der Elektromeister – oder der System-Integrator – ist es, der letztlich das Smart Home plant, implementiert, parametriert und "zum Laufen" bringt.

Der Elektromeister wird von Gira ausdrücklich darin geschult, künftige Nutzer des Smart Homes nicht nur auf die Möglichkeiten, sondern auch auf die Risiken aufmerksam zu machen, speziell beim Thema Datensicherheit. Seine Hauptaufgabe aber besteht darin, gemeinsam mit dem Bauherren und den am Bau beteiligten Planern vernünftige Lösungen zu entwickeln, die auf die Wünsche des Nutzers zugeschnitten sind und ihm trotzdem die Möglichkeit geben, später Funktionen zu erweitern oder zu verändern. Hier sollte immer die entscheidende Frage mitbedacht werden, die der Bundesminister in seinem Vortrag gestellt hatte: "Muss wirklich alles, was man technisch vernetzen kann, auch vernetzt werden?" Nein, ganz sicher nicht. Doch diese Frage gilt nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Nutzer – denn weniger ist oft mehr.

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