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Was macht eigentlich …? Gira System-Integrator Anton Hieber über die Schulter geschaut

Herr Hieber, Sie sind Gira System-Integrator. Was genau muss man sich darunter vorstellen?

Ein System-Integrator bringt die technischen Lösungen zusammen, die Kunden im intelligenten Haus realisiert haben wollen. Durch seine Ausbildung, sein KNX Know-how und durch Erfahrung weiß er, was sich integrieren lässt und wie das funktioniert. Ein Beispiel: Mein Kunde baut, ihm ist Musik im Haus wichtig und Sicherheit, auch wenn er unterwegs ist. Ich überlege, wie ich diese Aspekte zusammenführe, ich frage ihn, wie er die Funktionen bedienen möchte und auf welchem Qualitäts- und Preisniveau wir uns bewegen. Voraussetzung ist immer ein mehrstündiges Vorabgespräch, denn ich benötige viele Informationen, aus denen sich letztlich ergibt, was mein Kunde wirklich will. Dann erfolgt zunächst eine schematische Vorplanung, bei der die Struktur der gebäudetechnischen Lösung entsteht, anschließend geht es in die Detailplanung. Wenn das alles geklärt ist, fangen wir mit der Ausarbeitung der CAD- und Verteilungs-Pläne an.

Das sind in erster Linie Planungsaufgaben. Installieren Sie bzw. Ihr Betrieb auch?

Wir sind da – nicht zuletzt aufgrund unserer Größe: wir haben rund 80 Mitarbeiter – sehr flexibel: In der Mehrzahl plant und installiert Elektro Hieber selbst, nur in seltenen Fällen realisieren wir fremde Planungen. Viel öfter dagegen planen wir und vergeben dann den Installationsauftrag an andere Elektromeister aus der Region.

Daraus darf man schließen: Bei Elektro Hieber brummt das intelligente Haus. Welcher Bereich läuft am meisten?

Im Moment brummen alle Bereiche, Neubau und Renovierung, das Highend-Einfamilienhaus, speziell bei uns auch das Highend-Mehrfamilienhaus – hier profitieren wir von unserem Standort in der Nähe von München. Auch Gewerbe- und Industriebauten laufen wirklich gut, bei uns liegt der Anteil bei rund 40%. Für eine Produktionshalle in Schwabmünchen haben wir übrigens den KNX Award 2012 gewonnen.

Müssen Sie bei Ihren Kunden in Sachen intelligente Gebäudetechnik noch echte Überzeugungsarbeit leisten?

Kaum noch. Gerade in gewerblichen Neubauten ist KNX heute fast immer gesetzt, denn dabei geht es ganz stark um wirtschaftliche Aspekte, zu denen natürlich in erster Linie die Energieeffizienz gehört. Wer hier keine intelligente Gebäudetechnik installiert, kauft sich im Grunde einen veralteten Gebrauchtwagen, obwohl er eigentlich einen Neuwagen wollte. Auch im gehobenen Ein- und Mehrfamilienhaus sind die Ansprüche der Bauherren meist so, dass es ohne KNX gar nicht geht.

Elektro Hieber ist ein großer Betrieb mit jahrelanger Erfahrung, Sie installieren KNX immerhin seit 1994 – damals noch EIB genannt. Wie steht es um den „normalen“ Elektrobetrieb, der meist nicht mehr als 4 oder 5 Mitarbeiter beschäftigt?

Das ist in der Tat ein Problem – aber eines, das sich lösen lässt. Oft fehlt diesen Betrieben die Erfahrung mit KNX und deshalb raten sie ihren Kunden von intelligenten Lösungen ab, meist gemeinsam mit dem Architekten. „Das braucht kein Mensch“, so lautet ihr Fazit. Tatsächlich „braucht“ niemand Intelligenz, um in den eigenen vier Wänden zu überleben. Aber darum geht es nicht – Bauherren und Renovierer wollen sie einfach haben! Sie wollen Komfort, Sicherheit und oft auch Energieeffizienz in Haus und Wohnung. Was Kundenwünsche angeht, da muss das Elektrohandwerk noch viel dazulernen. Ein „Nein“ zu KNX ist nicht die Lösung, im Gegenteil: Es geht um die sinnvolle und bezahlbare KNX-Installation für jedermann. Und meiner Meinung nach ist genau das auch der Schlüssel zum sogenannten Mittelmarkt.

Aber wenn keine KNX-Erfahrung vorhanden ist, was macht der kleine Elektrobetrieb dann? Was konkret raten Sie Ihren Kollegen?

Sie sollen sich an einen Gira System-Integrator wenden. Und sich von ihm die Planung erstellen lassen, die sie dann selbst installieren. System-Integratoren verfügen über Erfahrung hinsichtlich Beratung, Projektierung und Inbetriebnahme von IP-Produkten der Gebäudesteuerungstechnik, auch was die Vernetzung mit "Fremdprodukten" wie beispielsweise Multiroom betrifft. Wir sind von Gira zertifiziert, es besteht also kein Risiko, zumal die Haftung für die Planung bei uns bleibt. Aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass es noch immer Berührungsängste und Vorbehalte gibt, dass einige Elektromeister nach wie vor Angst davor haben, ihre Kunden an einen System-Integrator zu verlieren. Doch darum geht es gar nicht. Wir sind ja froh, unsere eigenen Aufträge überhaupt sauber abarbeiten zu können, wir wollen niemandem etwas wegnehmen. Im Gegenteil: Wir ermöglichen unseren Kollegen einen Auftrag und damit mehr Geschäft, das er alleine nicht hätte bewältigen können. Gemeinsam vergrößern wir den Kuchen, anstatt ihn zu verkleinern.

Wenn kleine Elektrobetriebe hier an ihre Grenzen stoßen, sollte sich die Industrie nicht mehr darum bemühen, die Gebäudetechnik zu vereinfachen und ein „KNX light“ anzubieten?

Das tun ja einige bereits, aber ich glaube, das ist der falsche Weg. Diese Systeme stoßen schnell an ihre Grenzen, wenn es um Erweiterungen geht. Und dann werden Nachrüstungen aufwändig und teuer – Kunden fühlen sich getäuscht. Die Alternative ist, von Beginn an eine KNX-Infrastruktur ins Gebäude zu bringen und mit einigen Grundfunktionen zu beginnen. Da bleibt auch der Kostenrahmen überschaubar. Später kommt die Lust auf mehr. Und weil KNX ein offenes System ist, gibt es dann eben keinerlei Grenzen, was die Realisierung von Kundenwünschen betrifft.

Bleiben wir bei den Kunden, die Sie hinsichtlich KNX beraten. Passiert das hier in Ihrem Gira Revox Studio mitten in Schwabmünchen?

Ganz genau, in meinen Showroom kommen private und gewerbliche Bauherren, aber auch immer mehr Architekten, vor allem wenn diese im Highend-Bereich bauen. Mein größter Vorteil ist: Hier kann ich Lösungen zeigen und Technik emotional wirken lassen. Das ist das stärkste Verkaufsargument, vor allem bei der weiblichen Klientel – Frauen sind ja die eigentlichen Entscheider, wenn es um die Ausstattung eines Wohnhauses geht. Das übersehen viele oder wollen es nicht wahrhaben. Ganz wichtig dabei: die Technik muss einfach zu bedienen sein. Hier hat uns Apple mit dem iPhone und dem iPad viel geholfen, die mobilen Geräte haben den Zugang zum KNX Markt beschleunigt und erheblich erweitert. Hinzu kommt, dass künftig die gewerkeübergreifende Vernetzung immer größere Bedeutung erlangt und technische Entwicklungen antreiben wird.

Was genau ist darunter zu verstehen?

Heizung, Sanitär, Unterhaltungselektronik, Alarm-Systeme, Batteriespeicher, Lösungen fürs altersgerechte Wohnen – sie alle wachsen zu Systemen zusammen. Die gewerkeübergreifende Vernetzung ist ein großer Zukunftsmarkt vor allem für das Elektrohandwerk – weil es im Grunde allein der Elektrofachmann ist, der diese Vernetzung planen und technisch umsetzen kann. Für das Elektrohandwerk heißt das aber: am Ball bleiben, mit der Technikentwicklung Schritt halten. Die Alternative ist, Kooperationen einzugehen, mit Gira System-Integratoren zusammenzuarbeiten, nicht zum Einzelkämpfer werden. Denn die Zeit der Einzelkämpfer ist endgültig abgelaufen, Kooperation ist angesagt. Für den sogenannten kleinen Elektrofachbetrieb ist das eine echte Chance!

Letzte Frage: Wie ist es zu der mittlerweile 11 Jahre andauernden Zusammenarbeit mit Gira gekommen?

2004 habe ich mein erstes großes KNX-Projekt realisiert, seinerzeit noch mit Gira SmartSensoren und dem Gira SmartTerminal, aber schon mit dem Gira HomeServer. Anschließend ist Gira auf mich zugekommen, wir haben ausgelotet, welche Möglichkeiten und Chancen uns der damals gerade aufkeimende Markt der Gebäudetechnik bietet. Ich habe als Folge dieses Gesprächs die Gebäudesystemtechnik als festen Bestandteil in meiner Firma implementiert und diesen ständig weiterentwickelt und ausgebaut. Gira hat diesen Weg in die Zukunft ja ebenfalls eingeschlagen und ist mir über die Jahre hinweg stets ein verlässlicher Partner geblieben. Dass ich heute ein Gira System-Integrator und ein Gira Revox Studio Partner bin, ist also kein Zufall.

www.elektrohieber.de

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