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Was macht eigentlich …? Hans-Dieter Pfender über die Schulter geschaut

Herr Pfender, als Produktmanager Elektrotechnik sind Sie verantwortlich für die Entwicklung der Hochfrequenzsensoren Gira Sensotec und Sensotec LED. Wie muss man sich Ihre Arbeit vorstellen?

Ich fange mal anders an: Wie sollte man sich meine Arbeit und mich gerade nicht vorstellen – nämlich als einen einsamem Tüftler, der hinter verschlossenen Türen werkelt und schraubt. Mein Alltag ist eher ein ständiger Abstimmungsprozess, eine permanente Kommunikation mit vielen Beteiligten. Letztlich geht es darum, gemeinsam eine Idee in ein marktreifes Produkt zu überführen, und zwar innerhalb vorab definierter Leitlinien.

Gab es beim Sensotec eine zündende Idee, eine Art „Urknall“?

Nicht wirklich – und das ist bei Produktentwicklungen auch eher selten der Fall. Vielmehr beobachte ich den Markt, bezogen auf meine Produktgruppe, also den Bereich Elektronik. Was gibt es für neue Technologien, die sich vielleicht in „meine“ Produkte integrieren lassen? Was machen die Wettbewerber von Gira? Wobei ich natürlich immer im Hinterkopf habe, dass sich neue Lösungen in die Schalterwelt integrieren lassen sollten.

Hört sich nach viel Internetrecherche an …

Richtig, das Internet ist eine wichtige Informationsquelle für mich – aber nicht die einzige. Denn ich spreche viel mit unseren Kunden, beispielsweise auf Messen, und natürlich mit der Vertriebsmannschaft von Gira, etwa in eigens anberaumten Workshops. Außerdem stehe ich im engen Kontakt mit einer unternehmenseigenen Abteilung, die bei Gira „Technologiemanagement“ heißt. Die Kollegen dort haben ständig neue Technologien auf dem Radar, sie schauen weltweit, was da draußen technisch passiert. Bei solchen Meetings kristallisiert sich heraus, ob es schon Erfahrungen mit neuen Technologien gibt und ob sie sich für Gira Produkte nutzen oder in Lösungen einbinden lassen. Beim Sensotec waren das zum Beispiel die Passiv-Infrarottechnik und die Hochfrequenztechnik – eben andere Techniken als in traditionellen Bewegungsmeldern und Automatikschaltern.

Wie geht es dann konkret weiter?

Wenn die Prozessbeteiligten von einer Idee überzeugt sind, wird eine sogenannte Machbarkeitsstudie aufgesetzt. Die Frage dabei: Lässt sich mit den neuen Technologien tatsächlich etwas entwickeln, dass in die Produktwelt von Gira passt und in unseren Märkten erfolgreich sein wird? Wir müssen also auch abschätzen, ob es wirtschaftlich ist. Das legen wir in einem Businessplan fest. Der wird dann noch einmal bewertet – und bei grünem Licht kann es dann losgehen mit der konkreten Entwicklung.

Na endlich – jetzt wird gewerkelt und geschraubt …

Noch nicht. Damit wir nicht an den Markterfordernissen vorbei entwickeln, entsteht im nächsten Schritt erst ein Lasten- und dann ein Pflichtenheft. Das heißt: Es wird genau definiert, was ein solches Produkt können soll, was es kosten darf, welche Mengen wir uns davon im Markt vorstellen. Und damit startet dann die eigentliche Entwicklung. Jetzt prüfen wir, wer unser Entwicklungspartner sein soll, wer die entsprechenden Kompetenzen vorhält – bei Gira im Unternehmen oder bei unseren Partnern, etwa der Insta in Lüdenscheid.

Das sind komplexe Prozessabläufe. Gab es beim Sensotec so etwas wie eine „Geburtsstunde“?

Ja, die gab es – das war die Vorstellung des ersten Prototyps. Der konnte zwar noch nicht all das, was das serienreife Produkt heute kann, aber man sieht sein „Baby“ eben doch das allererste Mal. Das hört sich jetzt ein bisschen an wie ein Vater im Kreissaal. Anders als dort sind bei der Entwicklung von Produkten viele Kollegen und Partner am Prozess beteiligt! Aber irgendwie stolz ist man als Produktmanager dann doch. Danach fangen wir an, unser Baby auf Herz und Nieren zu prüfen. Wenn wir hier Sicherheit gewonnen haben, geben wir die Werkzeuge in Auftrag, die dann die Serienproduktion garantieren.

Das Baby ist da. Wie erfährt die Welt davon?

Mit der Lieferfreigabe fangen wir an, in den Markt zu kommunizieren. Hier stimme ich mich eng mit dem Gira Marketing ab, gemeinsam legen wir fest, welche Maßnahmen sinnvoll sind, welche Bilder wir einsetzen, an welche Zielgruppen wir uns wenden. Ganz wichtig sind natürlich unsere Messeauftritte, allen voran die Light+Building, die ja alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindet.

Die Prozesse, die Sie gerade beschrieben haben: Wie lange dauern die?

Das hängt vom einzelnen Produkt und seiner Komplexität ab. Bei Sensotec waren es ungefähr 1 ½ Jahre. Aber damit ist der Prozess noch nicht beendet, denn jedes Produkt hat seinen Lebenszyklus im Markt, den wir weiterhin aufmerksam begleiten. Eines Tages jedoch kommt der Punkt, an dem es seine Marktreife überschritten hat. Dann müssen wir entscheiden, ob wir dieses Produkt relaunchen, also technisch überarbeiten, oder aber gänzlich vom Markt nehmen und durch ein anderes ersetzen. Damit wäre ein Produktzyklus wirklich beendet.

Ein schmerzlicher Moment für einen Produktmanager?

Nein. Wir haben ein schönes Produkt entwickelt und dafür gesorgt, dass es ein schönes Leben hatte – draußen im Markt, bei unseren Kunden. Aber irgendwann ist es vorbei und es kommt etwas Neues. Das ist bei unseren Produkten so wie im echten Leben …

Herr Pfender, vielen Dank für diesen Einblick in Ihren Arbeitsalltag.

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